Unsere älteste Hofkirchnerin
Katharina Stollberger, Emmerstorf 3; die älteste noch in Hofkirchen i.M. lebende Gemeindebürgerin ist verstorben

Katharina Stollberger war in sehr schwierigen Verhältnissen gemeinsam mit sieben Geschwistern aufgewachsen. Schon mit 14 Jahren kam sie, wie es damals üblich war, als Magd in bäuerliche Dienste. Sie lernte dort schon als junges Mädchen harte Arbeit kennen, bekam dafür aber wenig Lohn.
Zwei von Katharinas Brüdern sind vom Krieg nicht wieder heimgekehrt. Besonders schmerzhaft war für sie schon der Abschied von ihrem Bruder Franz, der damals noch sehr jung war. Er musste in den Krieg ziehen und war mit ganz schwerem Herzen von zu Hause weggegangen. Katharina hatte ihn damals bis Putzleinsdorf begleitet und ihm beim Tragen des Gepäcks geholfen. So wie ihr älterer Bruder kam leider auch Franz nicht mehr vom Krieg nach Hause.
Ihre um 4 Jahre jüngere Schwester verstarb mit 14 Jahren an einem nicht rechtzeitig erkannten Blinddarmdurchbruch. Katharina und ihre Geschwister mussten damals mit ansehen, wie ihre Schwester unter qualvollen Schmerzen in der kleinen Stube verstarb.
Am 15. April 1947 heiratete unsere Verstorbene ihren Bräutigam Johann Stollberger und kam auf das bäuerliche Anwesen in Emmerstorf 3. Da ihr Ehemann als Zimmerer viel unterwegs war, musste Katharina größtenteils alleine die Landwirtschaft führen. Das bedeutete tägliche harte Arbeit. Katharina schenkte mit ihrem Ehemann Johann vier Söhnen und einer Tochter das Leben.
Ein Schmerz, den sie ihr Leben lang nie ganz überwinden konnte, war die Adoption ihres ältesten, damals sechsjährigen Sohnes, Johann durch ihre Schwester und deren Ehegatten. Ihre Schwester hatte keine Kinder bekommen können und somit war kein Erbe für ihre Mühle zur Stelle. Diese Adoption erschien der Familie als gute Lösung. Eine Entscheidung, die für Katharina Stollberger nur schwer zu akzeptieren gewesen war.
1979 heiratete Katharinas Sohn Hermann und übernahm mit seiner Gattin Silvia das Elternhaus. Katharina freute sich, dass sie nun nicht mehr alle Arbeit alleine machen musste und sie gewann mit Schwiegertochter Silvia eine treue Freundin. Große Freude hatte Katharina stets mit ihren 20 Enkel und 11 Urenkelkindern.
Katharinas Ehemann Johann verstarb leider schon am 20. Februar 1999.
Im Jahr 2007 erlitt Katharina einen Schlaganfall, 2008 folgte noch ein weiterer. Im August 2009 empfing die nunmehr Verstorbene ihre erste Krankenölung.
In den letzten Wochen ihres Lebens musste Katharina Stollberger ins Krankenhaus, wurde bestmöglich behandelt, doch ihr Gesundheitszustand wollte sich nicht mehr bessern.
Am Freitag, dem 16. Juli 2010 kam es auf Grund des schlechten Gesundheitszustandes zum erneuten Empfang der heiligen Sterbesakramente. In der folgenden Nacht verstarb Katharina Stollberger um 2.30 Uhr. Ihre Schwiegertochter Silvia, die mit Katharina Stollberger ein Herz und eine Seele war, wachte bis zum letzten Atemzug unserer bis zu dieser Nacht ältesten Gemeindebürgerin am Sterbebett. Sie betete mit der Sterbenden und las ihr Geschichten vor.
Katharina Stollberger schied so in Ruhe und in Frieden aus dem Leben. Die treue Mutter, Großmutter und Urgroßmutter bleibt allen Angehörigen als großer guter Mensch in Erinnerung.
Quelle: Kerstin Stollberger (20.07.2010)
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